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Los Desastres

Los Desastres

Zufall ist der Name nicht, dachten sich Klampfer Tsunetomo und Trommler Rentini, als sie ihren selbstgebastelten Proberaum wieder zerlegen mussten. Mutter Rentini wollte wieder einen anständigen Keller aus "Rentes Gruselkabinett" machen.

Zuvor, im Sommer 1999, hatten sich die beiden Bierfans mit den Häwelmännern Boss (org) und Pablo (b) zusammen getan, um fortan im Berliner JuP Musik zu produzieren.

Und so lief das Spielchen eine ganze Weile: Das Schlagzeug ratterte und schepperte, der Bass dampfte und schnaufte, die Gitarre arbeitete im Akkord und die Orgel pfiff und kreischte. Ja, Los Desastres waren Eisenbahnliebhaber, und da das Geld ausblieb, stand auch nie die eine oder andere Dampflok in ihrem Garten herum. Keiner von ihnen kam je in den Genuss eines Gartens.

Ohne Zweifel besaß die Band Humor. Es war ein Humor, der sich nie vorher ankündigte und sofort in Aggressivität umschlug. Viele sagten damals: "Humor schlägt nicht in Aggressivität um. Dann ist es kein Humor". Los Desastres bewiesen das Gegenteil: Die Stimmung in der Band war unverschämt gut. Und wer das damals nicht akzeptierte, der wurde übertönt.

Manche Bands ernten erst Erfolg, nachdem sie sich aufgelöst haben. Los Desastres ist so eine Band. Kaum hatten die vier Rocker im Sommer 2002 nach dreijährigem Bestehen ihre Auflösung bekannt gegeben, da begannen sich die Komplimente zu häufen, was für eine geniale Band sie doch gewesen wären. Bis heute gelangen immer wieder Gerüchte über eine Reunion der Desastres in Umlauf, die - befragt man die ehemaligen Bandmitglieder - mit der Realität nur wenig zu tun haben.

Die Heimat der Los Desastres: Landkreis Dahme-Spreewald.